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Vorbericht: Heisskalt in Bielefeld

„Passt bitte aufeinander auf in dieser scheiß Welt!“

Vielleicht kennt ihr das auch. Man macht das Radio an und hört die selben drei Tracks, immer wieder neu aufgewärmt. 1. Beatgetrieben, 2. Deutsches „Tralala“ (jetzt auch von Schauspielern!) und 3. Singer/Songwriter.
Natürlich gibt es dazwischen noch mehr, doch die breite Masse zeichnet sich eben hierdurch aus. Das wechseln der Radiosender schafft hier in den meisten Fällen auch keine Abhilfe.

Wie gut, dass es noch vier Jungs gibt, die zeigen, wie deutsche Musik sich abheben kann. „Heisskalt“, das sind Mathias Bloech, Marius Bornmann, Philipp Koch und Dani Weber. Ihre Musik beschreibt sich schnell als energetisch und ausführlich als eine geballte Mischung aus Punk, Indie und Alternative Rock.

Es geht hierbei nicht um komplizierte Gitarrenriffs, dröhnende Bässe und bis ins Detail ausgearbeitete Drumparts. Wie auch, wenn Punk mit einfließt? Viel mehr ergibt man sich dem Gesamtbild. Und das reicht von atmosphärischen Akkorden, bis hin zu klassisch treibenden Achtelnoten. Denn Heisskalt heißt Energie!

Dafür sorgt insbesondere auch Sänger Matthias, der immer wieder emotional aufgeladen ins Mikrophon schreit. Gerade hierdurch werden die tiefgründigen Texte zum Leben erweckt. Man spürt die Unzufriedenheit, das Gefühl, sich von der Gesellschaft distanzieren zu wollen, aber auch die Verzweiflung, die ein Mensch in seinem stinknormalen Leben eben verspürt.

Entsprechend finden sich auch genügend ruhige Songs ein. „Gipfelkreuz“ zum Beispiel. Hier findet man dann im 4/4 Takt geschlagene „Rimclicks“ und die zuvor erwähnten stimmungsvollen Melodien. Der Gesang entwickelt sich von einem Sprechen, über druckvolle Clear Vocals hin zu einem „sanften“ Schreien mit Nachdruck. Und das lässt den Hörer den Text fühlen.

Nicht nur dieses Lied hebt sich vor allem auch durch den Gebrauch der deutschen Sprache ab. Denn Heisskalt haben einen beneidenswerte Art, mit Worten umzugehen. Keine Standardreime, sondern hiervon losgelöste, ausgereifte Texte, denen man dann auch mal bewusst zuhören muss, um sie zu verstehen („Reden wir von Zweck oder von Liebe? Atlas oder Sisyphos?“)

Sobald man die Texte jedoch kennt, erwischt man sich beim unbewussten Mitsingen und Mitschreien. Die Energie der Musiker greift über. Man Gestikuliert, man springt herum und ist ergriffen. Die ganze bunte Mischung in einer Band.

Das Heisskalt selbst Energiebomben sind, kann man nicht nur erahnen, sondern auch in vielen Musikvideos und Livemitschnitten sehen. So auch in der vor kurzem veröffentlichten Single „Leben wert“, bei dem die Bands Lygo und Lirr mitgewirkt haben, mit welchen Sie derzeit auf der „Vom Wissen und Wollen“-Tour unterwegs sind. Herausgekommen ist eine offene Frage („was ist ein Leben wert?), eingepackt in absoluter Wohlfühlmusik.

Und genau darauf freue ich mich am 07.10.2016 (nächsten Freitag!) im Forum in Bielefeld. Ich werde die Augen schließen, die Arme ausbreiten und herumspringen und herumschreien und lauthals jubeln!

Ihr wollt euch auch endlich mal losgelöst fühlen oder gemeinsam auf die Gesellschaft schimpfen? Tickets gibt es hier für 22€.

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